Evonik lehnt BASF-Übernahmeangebot ab

Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, hat der Vorstand von Evonik ein Schreiben von BASF vom 22. Oktober 2026 über deren Interesse an einem freiwilligen
öffentlichen Übernahmeangebot offiziell abgelehnt – es handelte sich dabei um das zweite, verbesserte Angebot des Ludwigshafener Konzerns. In einer
Mitteilung erklärte
Evonik, das Schreiben „eingehend geprüft“ und „auf Basis der vorliegenden Informationen entschieden“ zu haben, „nicht in Verhandlungen
mit BASF einzutreten.“ Der Vorstand bekräftigte seinen Fokus auf die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung von Evonik als eigenständiges
Unternehmen.
 

Das zweite, verbesserte Angebot von BASF hatte bei 24 Euro je Aktie gelegen – einem Aufschlag von rund 39 % auf den unbeeinflussten Schlusskurs –
und hätte Evonik mit insgesamt rund 11,2 Mrd. EUR bewertet. BASF bezeichnete die Ablehnung als „nicht nachvollziehbar“ angesichts der Konditionen
des Angebots, das nach Angaben des Konzerns auch umfangreiche Zusagen gegenüber Beschäftigten und Standorten umfasste.
 

Trotz der Ablehnung von Verhandlungen erklärte der Evonik-Vorstand seine Bereitschaft zu einem „rein informativen und vertraulichen Austausch“ mit BASF.
Ziel sei es, die eigene Position zu erläutern und BASF die Gelegenheit zu geben, ihre Motive und die aus ihrer Sicht maßgeblichen Erwägungen darzulegen.
 

BASF-Chef Markus Kamieth hatte sein Interesse an Evonik bereits zu Beginn der Woche anlässlich der Präsentation der jüngsten Quartalszahlen bekräftigt.
Er bezeichnete einen möglichen Zusammenschluss als „strategisch naheliegend“ und verwies darauf, dass die Konsolidierung der europäischen Chemiebranche
bereits im Gang sei und BASF dabei eine aktive Rolle spielen könne.
Zugleich stellte Kamieth klar, dass eine Übernahme für BASF keine zwingende Voraussetzung sei und der Konzern keinen überzogenen Preis zahlen werde.
Die Transaktion werde nur weiterverfolgt, wenn sie den Aktionären einen wirtschaftlichen Vorteil bringe.
 

Die Ablehnung wurde von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur begrüßt. Sie erklärte: „Evonik ist ein starkes, zukunftsfähiges Unternehmen und wichtiger
Teil des Industriestandortes NRW – und das soll auch so bleiben. Eine Übernahme lehnen wir ab.“ Arbeitsplätze und eigenständige Entwicklung dürften nicht
infrage gestellt werden – das gelte für die Produktion, die Forschung, genauso aber auch für die Verwaltung.
 

Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang die RAG-Stiftung, die rund 43 % der Evonik-Aktien hält. Mit den Erträgen aus dieser und anderen
Beteiligungen finanziert sie die langfristigen Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus.

Quelle: Farbe & Lack