Manroland schließt Werk in Offenbach

Das Maschinenbauunternehmen Manroland Sheetfed mit 750 Beschäftigten am Standort Offenbach steht vor dem endgültigen Aus. Angesichts der „dramatischen finanziellen Lage“ soll der Geschäftsbetrieb des Druckmaschinen-Herstellers eingestellt werden, wie die Gewerkschaft IG Metall und das Unternehmen mitteilten.
Nach Gewerkschaftsangaben vom Montag wird die Herstellung neuer Maschinen zum 31. Mai eingestellt. Ab 1. Juni werden laut IG Metall nur noch letzte Aufträge abgearbeitet und der Betrieb restabgewickelt. Dies soll laut dem Unternehmen voraussichtlich bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Parallel dazu werde weiterhin versucht, das Geschäft mit Ersatzteilen zu verkaufen.

Nach Angaben eines Manroland-Sprechers vom Dienstag gibt es keinen Interessenten, der die Produktion in Offenbach fortführen möchte. Der Markt für Druckmaschinen habe sich seit Jahren deutlich rückläufig entwickelt.

Nach Unternehmensangaben gingen die Umsätze in den vergangenen Jahren deutlich zurück und die Verluste stiegen stetig – allein für das Jahr 2025 betrugen diese 43,2 Millionen Euro.

Der Sprecher sagte zum weiteren Ablauf, die Ausproduktion im Frühsommer solle sicherstellen, „dass bestehende Liefer-Verpflichtungen abgearbeitet werden können und Know-how für die Herstellung hochspezialisierter Teile“ verfügbar bleibe.

In dieser Phase will das Unternehmen mit nur noch 84 Mitarbeitenden arbeiten. „Diese rekrutieren sich überwiegend aus dem Service, ergänzt um Funktionen in der Produktion sowie erforderliche administrative Tätigkeiten“, sagte der Sprecher.

Das 1871 gegründete Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der ältesten Hersteller von Druckmaschinen weltweit und in Deutschland führend für Bogenoffset-Druckmaschinen. 2012 wurde die Manroland Sheetfed GmbH von Langley Holdings plc übernommen.

Manroland war bereits angeschlagen: Das Unternehmen hatte Anfang März mitgeteilt, dass im Rahmen eines sogenannten Schutzschirmverfahrens umstrukturiert wird. Dabei bleibt die Geschäftsführung verantwortlich, wobei ein vom Gericht bestellter neutraler Sachverwalter das Verfahren begleitet. Manroland-Geschäftsführer Mirko Kern sagte seinerzeit: „Es ist bedauerlich, dass sehr viele Arbeitsplätze verloren gehen werden.“

Quelle:  www.hessenschau.de